Mauer und Teilung

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Im Kalten Krieg verlief die Grenze 1945 bis 1989 zwischen Ost und West, zwischen Freiheit und Kommunismus entlang der Zimmerstraße. An der Mauer gab es zahlreiche Zwischenfälle, erfolgreiche Fluchten und tragisches Scheitern.

Entlang der Bezirksgrenze zwischen Mitte im Norden und Kreuzberg im Süden zerschnitt ab 1945 die Demarkationslinie zwischen dem sowjetischen und dem US-Sektor das Zeitungsviertel – an den Fassaden auf der Südseite der Zimmerstraße. Außer einigen wenigen zufällig erhalten gebliebenen Gebäuden und vorläufig gesicherten Ruinen gab es hier große Brachflächen. Beiderseits der Bezirksgrenze standen große Schilder: Die DDR beanspruchte, beim Überschreiten der Zimmerstraße nach Süden verlasse man den „demokratischen Sektor“ Berlins; in Kreuzberg wurde umgekehrt vor dem Betreten des sowjetischen Sektors gewarnt.


Als die Massenflucht aus dem „Arbeiter- und Bauern-Paradies“ die Existenz der DDR gefährdete, ließ die SED die innerstädtische Grenze sperren – erst mit Stacheldraht, bald mit einer Mauer aus Beton und Ziegeln. Fortan kam es zu erfolgreichen, aber auch zu gescheiterten Fluchtversuchen. Rudolf Müller grub einen Tunnel von West nach Ost, um seine Frau und die beiden Kinder in die Freiheit zu holen, doch am Tage der Flucht musste er in Notwehr den jungen DDR-Grenzer Reinhold Huhn erschießen. Eberhard Grzyb gelang die Flucht 1969, als er zu Bauarbeiten an der Mauer eingesetzt war. Zwei Jahre später scheiterte Bernd Sievert im Kugelhagel der DDR Grenzer. Und auch umgekehrte „Grenzverletzungen“ gab es: Udo Cürsgen sprang 1976 von West nach Ost über die Mauer, um seine Freundin aus der DDR frei zu bekommen.

Autor
Sven Felix Kellerhoff

Sven Felix Kellerhoff

Ltd. Redakteur Geschichte WELT | Kontakt

Autor
Hans-Wilhelm Saure

Hans-Wilhelm Saure

BILD-Chefreporter | Kontakt


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